Die automatische Überprüfung ersetzt die manuelle Genehmigung an der Sandbox-Grenze durch einen separaten Prüfagenten. Der Hauptagent von Codex wird weiterhin in derselben Sandbox ausgeführt, mit derselben Genehmigungsrichtlinie und denselben Netzwerk- und Dateisystembeschränkungen. Der Unterschied besteht darin, wer die dafür infrage kommenden Eskalationsanfragen prüft.
Die automatische Überprüfung gilt nur, wenn Genehmigungen interaktiv eingeholt werden. In der Praxis
bedeutet das approval_policy = "on-request" oder eine granulare Genehmigungsrichtlinie, bei der
die betreffende Prompt-Kategorie weiterhin angezeigt wird. Bei approval_policy = "never"
gibt es nichts zu überprüfen.
In der ChatGPT-Desktop-App wird bei Auswahl eines genehmigten Daybreak-Modells
die Berechtigungssteuerung automatisch auf Für mich genehmigen umgestellt, wenn dieser
Modus für dein Konto verfügbar und laut Organisationsrichtlinie zulässig ist. Das
gilt auch, wenn du in der Desktop-App den Befehl /model verwendest. Wenn dieser Modus
nicht verfügbar ist, bleibt der aktuelle Berechtigungsmodus unverändert. Die Modellauswahl
setzt verwaltete Vorgaben der Organisation niemals außer Kraft.
Bevor du Vollzugriff für ein genehmigtes Sicherheitsmodell aktivierst, zeigt die ChatGPT-Desktop-App eine modellspezifische Warnung vor gefährlichen Aktionen an. Die Warnung empfiehlt stattdessen Für mich genehmigen und verweist auf die Konfiguration der Prüfrichtlinie. Die Warnung stellt die Sandbox-Grenze nicht wieder her und setzt die Organisationsrichtlinie nicht außer Kraft.
Funktionsweise der automatischen Überprüfung
Der Ablauf im Überblick:
- Der Hauptagent arbeitet in einer Sandbox im Modus
read-onlyoderworkspace-write. - Muss er die Sandbox-Grenze überschreiten, fordert er eine Genehmigung an.
- Wenn
approvals_reviewer = "auto_review"festgelegt ist, leitet Codex diese Genehmigungsanfrage an einen separaten Prüfagenten weiter, statt auf die Prüfung durch eine Person zu warten. - Der Prüfagent entscheidet, ob die Aktion ausgeführt werden soll, und gibt eine Begründung zurück.
- Wird die Aktion genehmigt, wird die Ausführung fortgesetzt. Wird sie abgelehnt, erhält der Hauptagent die Anweisung, eine deutlich sicherere Vorgehensweise zu finden oder anzuhalten und bei dir nachzufragen.
Die automatische Überprüfung wechselt lediglich die Prüfinstanz; sie gewährt keine Berechtigungen. Sie erweitert
writable_roots nicht, aktiviert keinen Netzwerkzugriff und schwächt keine geschützten Pfade. Sie
ändert nur, wie Codex mit Aktionen umgeht, die ohnehin genehmigt werden müssen.
Wann sie ausgelöst wird
Die automatische Überprüfung bewertet Genehmigungsanfragen, bei denen der Ablauf sonst für eine manuelle Prüfung angehalten würde. Dazu gehören:
- Aufrufe von Shell- oder exec-Tools, die erhöhte Sandbox-Berechtigungen anfordern.
- Netzwerkanfragen, die von der aktuellen Sandbox oder Richtlinie blockiert werden.
- Dateiänderungen außerhalb der für Schreibzugriffe freigegebenen Stammverzeichnisse.
- Aufrufe von MCP- oder App-Tools, die aufgrund ihrer Tool-Annotationen oder des konfigurierten Genehmigungsmodus genehmigt werden müssen.
- Zugriffe auf eine neue Website oder Domain über die Computernutzung.
Die automatische Überprüfung wird nicht für Routineaktionen ausgeführt, die bereits innerhalb der
Sandbox zulässig sind. Wenn ein Befehl mit dem aktiven sandbox_mode ausgeführt werden kann oder ein Tool-Aufruf
von der geltenden Richtlinie zugelassen ist, setzt der Hauptagent seine Arbeit ohne Überprüfung fort.
Die Computernutzung ist ein Sonderfall. Genehmigungsanfragen auf App-Ebene für die Computernutzung werden dir weiterhin direkt vorgelegt. Die automatische Überprüfung ersetzt diese Prompts auf App-Ebene daher nicht.
Was die automatische Überprüfung blockiert
Im Wesentlichen soll die automatische Überprüfung folgende Aktionen blockieren:
- private Daten, Geheimnisse oder Anmeldedaten an nicht vertrauenswürdige Ziele senden
- nach Anmeldedaten, Tokens, Cookies oder Sitzungsdaten suchen
- umfassende oder dauerhafte Schwächung der Sicherheit
- destruktive Aktionen mit erheblichem Risiko irreversibler Schäden
Die genaue Richtlinie findest du im Open-Source-Repository von Codex:
policy_template.md
und
policy.md.
Diese Richtlinie lässt sich für jedes Unternehmen mit guardian_policy_config oder
für einzelne Nutzende mit einer lokalen [auto_review].policy anpassen.
Was der Prüfagent sieht
Der Prüfagent ist selbst ein Codex-Agent, hat aber eine enger gefasste Aufgabe als der Hauptagent: Er entscheidet, ob eine bestimmte Aktion über die Sandbox-Grenze hinweg ausgeführt werden soll.
Der Prüfagent sieht ein kompaktes Protokoll und die genaue Genehmigungsanfrage. Dazu gehören normalerweise deine Nachrichten, sichtbare Updates des Assistenten, relevante Tool-Aufrufe und Tool-Ausgaben sowie die Aktion, die gerade zur Genehmigung vorgeschlagen wird. Er kann außerdem Prüfungen ohne Schreibzugriff durchführen, um fehlenden Kontext zusammenzutragen, nutzt diese Möglichkeit aber nur selten.
Interne Überlegungen des Assistenten sind nicht enthalten. Die automatische Überprüfung sieht aufbewahrte Chat-Elemente und Tool-Belege, aber keine private Gedankenkette.
Ablehnungen und Verhalten bei Fehlern
Eine ausdrückliche Ablehnung wird nicht wie ein gewöhnlicher Sandbox-Fehler behandelt. Codex gibt dem Hauptagenten die Begründung des Prüfagenten zurück und ergänzt eine nachdrücklichere Anweisung:
- Versuche nicht, dasselbe Ergebnis durch einen Workaround, indirekte Ausführung oder Umgehung der Richtlinie zu erzielen.
- Setze die Arbeit nur mit einer deutlich sichereren Alternative fort.
- Andernfalls halte an und frage die Person, die den Auftrag erteilt hat.
Codex nutzt außerdem pro Durchlauf einen Abbruchmechanismus für Ablehnungen. In der aktuellen
Open-Source-Implementierung unterbricht die automatische Überprüfung den Durchlauf nach 3
aufeinanderfolgenden Ablehnungen oder bei 10 Ablehnungen in einem gleitenden Fenster der letzten 50
Überprüfungen im selben Durchlauf.
Jedes Ergebnis, das keine Ablehnung ist, setzt den Zähler für aufeinanderfolgende Ablehnungen zurück. Sobald der Mechanismus greift, gibt Codex eine Warnung aus und bricht den aktuellen Durchlauf mit einem Interrupt ab, statt zuzulassen, dass der Agent weitere Eskalationsversuche in einer Schleife wiederholt.
Zeitüberschreitungen werden getrennt von ausdrücklichen Ablehnungen gemeldet. Der Hauptagent wird darüber informiert, dass eine Zeitüberschreitung allein nicht beweist, dass die Aktion unsicher ist.
Für abgelehnte Aktionen gibt es außerdem eine explizite Möglichkeit, die Ablehnung zu übergehen. In der aktuellen
Open-Source-TUI führst du /approve aus, um die Auswahl Ablehnungen der automatischen Überprüfung zu öffnen. Wähle dann
eine kürzlich abgelehnte Aktion aus und genehmige einen erneuten Versuch. Codex erfasst bis zu 10
kürzlich erfolgte Ablehnungen pro Aufgabe. Diese Genehmigung ist eng begrenzt: Sie gilt genau für die
abgelehnte Aktion, nicht für ähnliche künftige Aktionen; sie wird für einen erneuten Versuch im
selben Kontext gespeichert; und der erneute Versuch durchläuft weiterhin die automatische Überprüfung. Im Hintergrund
fügt Codex eine Genehmigungsmarkierung auf Entwicklerebene für genau diese Aktion ein. Der
Prüfagent sieht deine ausdrückliche Ausnahmegenehmigung dann als Kontextinformation, befolgt aber weiterhin
die Richtlinie und kann die Aktion erneut ablehnen, wenn die Richtlinie vorsieht, dass du diese Art von
Ablehnung nicht aufheben darfst.
Konfiguration
Weitere Informationen zum Setup findest du unter Verwaltete Konfiguration.
Die standardmäßige Prüfrichtlinie befindet sich im Open-Source-Repository von Codex:
core/src/guardian/policy.md.
Unternehmen können deren mandantenspezifischen Abschnitt in den verwalteten Vorgaben durch
guardian_policy_config ersetzen. Einzelne Nutzende können außerdem
eine lokale Einstellung unter
[auto_review].policy
in ihrer config.toml festlegen. Verwaltete Vorgaben haben jedoch Vorrang:
[auto_review]
policy = """
YOUR POLICY GOES HERE
"""
Um die Richtlinie anzupassen, kopiere zunächst den vollständigen Wortlaut der Standardrichtlinie. Passe ihn dann schrittweise an dein individuelles Risikoprofil an.
Einen autorisierten Cybersicherheitsauftrag konfigurieren
Kombiniere für autorisierte Sicherheitsarbeiten die automatische Überprüfung mit einem schriftlich festgelegten Auftragsumfang und einem Berechtigungsprofil nach dem Prinzip der geringsten Rechte. Verwende ein genehmigtes Testziel, dokumentiere die Aktionen und den Auftragszeitraum und schließe Produktionssysteme, nicht zugehörige Hosts, Anmeldedaten und dauerhafte Änderungen vom Umfang aus, sofern sie nicht ausdrücklich autorisiert sind.
Sowohl [auto_review].policy als auch guardian_policy_config ersetzen deine aktuelle
Prüfrichtlinie. Sie werden nicht mit Richtlinien zusammengeführt, die mit deinem Modell ausgeliefert oder
von deiner Organisation verwaltet werden. Die integrierten Prüfanweisungen und das
Antwortformat gelten weiterhin. Bevor du eines der Beispiele verwendest, kopiere die vollständige aktuelle
Richtlinie, behalte alle vorhandenen Regeln bei und füge die Regeln für deine autorisierten Arbeiten hinzu.
Ersetze den Platzhalter in Großbuchstaben durch diese vollständige Richtlinie. Wenn du
nicht auf die aktuelle Richtlinie zugreifen kannst, überschreibe sie nicht.
Die folgende lokale Vorlage für config.toml aktiviert die Überprüfung und fügt nach der vorhandenen Prüfrichtlinie begrenzte
Bedingungen hinzu:
approval_policy = "on-request"
approvals_reviewer = "auto_review"
default_permissions = ":workspace"
[auto_review]
policy = """
PASTE THE COMPLETE ACTIVE REVIEWER POLICY HERE BEFORE USING THIS EXAMPLE.
## Environment Profile
- Authorized target: lab.example.com.
- Approved actions: inspect the target, reproduce authorized vulnerabilities,
and validate fixes within the documented engagement window.
## Tenant Risk Taxonomy and Allow/Deny Rules
- Allow only actions against the approved target that match the documented
engagement scope and approved actions.
- Deny out-of-scope or unknown hosts, production access, credential theft,
persistence, data exfiltration, destructive operations, and policy bypass.
- Deny ambiguous actions and high-impact changes until a human explicitly
approves the exact target, action, and side effects.
"""
Ersetze das Beispielziel und die zulässigen Aktionen durch den tatsächlich genehmigten Umfang. Setze die Zielbeschränkungen mit unabhängigen Dateisystem- und Netzwerkregeln durch; Anweisungen für den Prüfagenten ersetzen diese Grenzen nicht.
Organisationen können dieselben Bedingungen in der verwalteten Datei requirements.toml durchsetzen:
allowed_approval_policies = ["on-request"]
allowed_approvals_reviewers = ["auto_review"]
allowed_sandbox_modes = ["read-only", "workspace-write"]
default_permissions = ":workspace"
guardian_policy_config = """
PASTE THE COMPLETE ACTIVE REVIEWER POLICY HERE BEFORE USING THIS EXAMPLE.
## Environment Profile
- Authorized target: lab.example.com.
## Tenant Risk Taxonomy and Allow/Deny Rules
- Allow only approved actions against the documented engagement target.
- Deny out-of-scope hosts, production access, credential theft, persistence,
data exfiltration, destructive operations, and attempts to bypass policy.
- Deny ambiguous or high-impact actions until a human explicitly approves the
exact target, action, and side effects.
"""
[allowed_permission_profiles]
":read-only" = true
":workspace" = true
# ":danger-full-access" is omitted, so it is denied.
allowed_permission_profiles steuert die aktuellen Berechtigungsprofile.
allowed_sandbox_modes verhindert außerdem den Vollzugriff in Bereitstellungen, die noch den
veralteten sandbox_mode verwenden.
Die verwaltete Einstellung guardian_policy_config hat Vorrang vor deiner lokalen
Einstellung [auto_review].policy. Behalte approval_policy = "on-request" oder eine andere
geeignete interaktive Genehmigungsrichtlinie und eine wirksame Sandbox-Grenze bei.
Bei approval_policy = "never", :danger-full-access oder --yolo kann
eine Aktion erfolgen, ohne die für die Überprüfung erforderliche Genehmigungsanfrage zum Überschreiten der Grenze auszulösen.
Ein Netzwerkziel auf der Zulassungsliste löst für sich allein keine Überprüfung aus. Füge
explizite Befehlsregeln mit
decision = "prompt" hinzu oder konfiguriere sensible MCP-Tools so, dass sie eine Genehmigung erfordern,
wenn auch Aktionen innerhalb der Sandbox an den Prüfagenten weitergeleitet werden müssen.
Unter Modelle und vertrauenswürdiger Zugriff und empfohlene Konfiguration findest du Informationen zu Modellzugriff, Auftrags-Setup und benutzerdefinierten Arbeitsabläufen für Agenten. Unter Verwaltete Konfiguration findest du Details zum Vorrang von Unternehmensvorgaben und zu unterstützten Clientversionen. Verwende für eigene API- oder Agents SDK-Harnesses Schutzmechanismen und Prüfung durch Personen.
Anzahl der Überprüfungen reduzieren, ohne die Sicherheit zu schwächen
Die automatische Überprüfung funktioniert am besten, wenn die Sandbox deine üblichen sicheren Arbeitsabläufe bereits abdeckt. Wenn zu viele Routineaktionen überprüft werden müssen, korrigiere zuerst die Sandbox-Grenze, statt dem Prüfagenten beizubringen, unnötige Eskalationsanfragen dauerhaft zu genehmigen.
In der Praxis sind folgende Änderungen am wirksamsten:
- Füge eng begrenzte
writable_rootsfür temporäre Arbeitsverzeichnisse oder benachbarte Repositorys hinzu, die du bewusst verwendest. - Füge eng begrenzte Präfixregeln hinzu. Bevorzuge präzise Befehlspräfixe
wie
["cargo", "test"]oder["pnpm", "run", "lint"]gegenüber weit gefassten Mustern wie["python"]oder["curl"]. Weit gefasste Regeln heben oft genau die Grenze auf, die die automatische Überprüfung schützen soll.
Sitzungsprotokolle der automatischen Überprüfung werden standardmäßig unter ~/.codex/sessions
gespeichert. So kannst du Codex bitten, die bisherigen Vorgänge dort zu analysieren, bevor du
Richtlinien oder Berechtigungen änderst.
Einschränkungen
Die automatische Überprüfung bietet einen besseren Ausgangspunkt für lang laufende agentische Aufgaben, ist jedoch keine deterministische Sicherheitsgarantie.
- Sie bewertet nur Aktionen, die eine Grenze überschreiten sollen.
- Dennoch kann sie Fehler machen, insbesondere in adversarialen oder ungewöhnlichen Kontexten.
- Sie soll ein gutes Sandbox-Design, Monitoring und eine organisationsspezifische Richtlinie ergänzen, nicht ersetzen.
Informationen zu den wissenschaftlichen Grundlagen und den veröffentlichten Evaluationsergebnissen findest du im Beitrag von Alignment Research zur automatischen Überprüfung.